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Der verbotene Spiegel

„(..) there is no such thing as society.“
Margaret Thatcher

 

In unserer kompetitiven Welt gilt vielen

das Recht des Stärkeren als oberste

Prämisse.Sozialsysteme werden zu Relikten

eines vergangenen Jahrhunderts deklariert.

Es liegt am Einzelnen, sich das eigene

Glück zu (er)schmieden. Gelingt das nicht

und schlittern wir unverhofft in eine

Lebenskrise, so scheint der Rest der

Gesellschaft erstaunlich unberührt.

 

Trägt man die proklamierte (neoliberale)

Selbstbestimmung jedoch einen Schritt

weiter und beschließt seinem Elend ein

Ende zu bereiten – die Niederlage im Spiel

um Stärke eingestehend und sich das
Leben nehmend – kehrt die Gesellschaft

überraschend schnell zurück.

Sie ruft uns zu: „Halt!“

 

Unsere Selbstbestimmung endet an der

Grenze des eigenen Lebens. Leben besitzt

einen Wert an sich, der unabhängig von

seinen Randbedingungen zu bestehen scheint

und selbst dem Träger des eigenen Lebens

die Handlungsmacht über selbiges entzieht.

Der Ursprung dieses Werts ist schwer

offenzulegen.

 

Gründet sich dieser Wert, so wie es Michel

Foucault vermutet, auf den exklusiven

Anspruch der Macht auf das Leben an sich?

Oder ist der Suizid der verbotene Spiegel

der Realität, den es zu verhüllen gilt,

und der Wert des Lebens seine logische

dialektische Konsequenz?

Wie reagieren Gesellschaft und ihre

Individuen, wenn man sich dieses Tabus

bemächtigt? Es wie eine Waffe einsetzt?

Es als Schmuck an sich trägt?

 

„Seht her was hier so glänzt! Komm. Blick‘

hinein. Was ist es, dass du erkennst?“

 

Prototyp  Mk1
Der Halsreifen nimmt nach dem Auslösen

zwei Schnitte in die Halsarterien vor.

Die Blutzufuhr zum Gehirn wird so

irreversibel unterbrochen und garantiert

dadurch ein sicheres ausbluten.

 

Fotos: Matthias Göttfert

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